Andacht Sonntag 03.05.20

(Alle Liednummern beziehen sich auf das Gotteslob Ausgabe für die Nordbistümer Hamburg, Osnabrück und Hildesheim)

Lied: 778,1-3

Kreuzzeichen

Einleitung: Das heutige Evangelium von den vielen Wohnungen im Hause des Vaters hören wir häufig bei Beerdigungen und Trauerfeiern. Es beschreibt die Hoffnung, die haben dürfen angesichts des Todes. Gott hat in seinem Himmel einen Platz für jeden. Am Freitag haben wir des Endes des 2. Weltkrieges gedacht und der Befreiung von der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten. Millionen Menschen sind Opfer des Wahnsinns geworden. Der rassistische Völkermord an den Juden, Roma und Sinti, der Mord an den behinderten, der Mord an den vielen Kriegsgefangenen und Verschleppten, der Mord an den politischen Gefangenen und an den polnischen und deutschen Priestern in den Konzentrationslagern hatte behauptet: für diese Menschen gibt es keinen Platz. Gott, aber hat einen Platz für alle Menschen. Am Ende behalten die Mörder nicht recht. Am Ende steht die Auferstehung und der Himmel für alle.

Rufen wir den auferstandenen Herrn Jesus Christus zu:

Kyrie: 157

Gloria: 172

Gebet:

Gott, unser Vater,

du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Lesung aus dem Buch Lesung aus der Apostelgeschichte

In diesen Tagen, als die Zahl der Jünger zunahm, begehrten die Hellenísten gegen die Hebräer auf, weil ihre Witwen bei der täglichen Versorgung übersehen wurden.

Da riefen die Zwölf die ganze Schar der Jünger zusammen und erklärten:

Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und uns dem Dienst an den Tischen widmen. Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit; ihnen werden wir diese Aufgabe übertragen. Wir aber wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben.


Der Vorschlag fand den Beifall der ganzen Gemeinde und sie wählten Stéphanus, einen Mann, erfüllt vom Glauben und vom Heiligen Geist, ferner Philíppus und Próchorus,
Nikánor und Timon, Parménas und Nikolaus, einen Proselýten aus Antióchia.

Sie ließen sie vor die Apostel hintreten und diese legten ihnen unter Gebet die Hände auf.

Und das Wort Gottes breitete sich aus und die Zahl der Jünger in Jerusalem wurde immer größer; auch eine große Anzahl von den Priestern nahm gehorsam den Glauben an.

Wort des lebendigen Gottes

Antwortgesang: 477

 

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus.

Schwestern und Brüder!

Kommt zum Herrn, dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber von Gott auserwählt und geehrt worden ist! Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen!

Denn es heißt in der Schrift: Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten Stein, einen Eckstein, den ich in Ehren halte; wer an ihn glaubt, der geht nicht zugrunde. Euch, die ihr glaubt, gilt diese Ehre. Für jene aber, die nicht glauben, ist dieser Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden, zum Stein, an den man anstößt, und zum Felsen, an dem man zu Fall kommt. Sie stoßen sich an ihm, weil sie dem Wort nicht gehorchen; doch dazu sind sie bestimmt.

Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet,
der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.

Wort des lebendigen Gottes

Halleluja: 483, 1

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr.

Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg kennen?


Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen.
Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.

Philíppus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.

Jesus sagte zu ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philíppus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt,
vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist;
wenn nicht, dann glaubt aufgrund eben dieser Werke! Amen, amen, ich sage euch:
Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen, denn ich gehe zum Vater.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Gesprächsanregungen:

  1. Die Apostelgeschichte erzählt davon, wie die junge Kirche mit einer Frage umgegangen ist, die sich ihr im Laufe der Geschichte neu gestellt wurde. Sie hat beraten und gebetet und dann das Amt der Diakonen neu geschaffen und eingefügt. Zwischen der ersten Zeit der Kirche und heute liegen 2000 Jahre Kirchengeschichte. Es hat in deren Verlauf immer wieder Veränderungen gegeben, weil andere Zeiten andere Fragen und Herausforderungen stellen. Wie denken Sie über die heutige Zeit? Gibt es Herausforderungen auf die, die Kirche eine neue Antwort geben sollte?
  2. Der Petrusbrief bringt uns heute das Bild von Jesus Christus als dem Eckstein, der von den Bauleuten verworfen worden ist, der aber dennoch zum Eck geworden ist. Mir kommt da immer das Bild vom Puzzle in den Sinn. Manchmal baut man es zusammen und ein Stein bleibt übrig, der so gar nicht passen will. Auch mit Gewalt nicht. Da gibt es nur eine Lösung man muss von vorn anfangen – und zwar mit genau diesem Stein. Dann gelingt das Puzzle. Wenn man mit Jesus anfängt beim Lebenspuzzle, dann gelingt es. Sprechen Sie miteinander darüber, wie Sie mit Jesus als dem Eckstein Ihres Lebenspuzzles anfangen.
  3. Das heutige Evangelium wird bei vielen Beerdigungen und Trauerfeiern gelesen. Es beschreibt unsere Hoffnung angesichts des Todes. Gerade im Nachgang an den 8. Mai mit dem Gedenken des Kriegsendes und der Befreiung ist dies eine große Verheißung. Die Mörder behalten am Ende nicht recht. Sie können ihre Opfer von der Erde wegreißen, aber im Himmel haben diese einen unangreifbaren Platz, den Gott schenkt. Sprechen Sie darüber, wie schön es wäre, wenn diese himmlische Verheißung schon auf Erden Wirklichkeit werde. Was können Sie in Ihrem Umfeld dafür tun?

Fürbitten:

V.: Herr Jesus Christus, Du bist der Eckstein unseres Lebens. Wir rufen zu Dir:

  1. Bewahre die Juden in Deutschland vor antisemitistischen Angriffen und ermutige alle Bürger gegen rassistische Sprüche und Taten einzuschreiten: Christus, höre uns.
  2. Halte Deine schützende Hand über die Roma und Sinti und ermutige die Kirchengemeinden und die bürgerlichen Gemeinden ihnen eine Heimat zu geben. Christus, höre uns.
  3. Bewahre die Gemeinschaft der Völkern Europas vor Nationalismus und Populismus und ermutige die Regierenden, sich für einen Ausgleich der Interessen zu bemühen. Christus, höre uns.
  4. Erfülle die jungen Leute in Deutschland, Polen und Frankreich mit Neugier und Interesse an der Kultur der jeweils anderen und ermutige alle Schulleitungen den Schüleraustausch zu fördern. Christus, höre uns.
  5. Nimm die Opfer des Krieges und des rassistischen Völkermordes auf in dein himmlisches Reich und richte alle auf, die heute nach 75 Jahren noch unter den Folgen der Naziherrschaft leiden. Christus, höre uns.

P.: Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wir loben und preisen dich jetzt und in Ewigkeit.

Vater Unser

Lied: 377

Schlussgebet und Segen:

Barmherziger Gott, höre unser Gebet.

Dein Sohn Jesus Christus ist der Eckstein unseres Lebens

Gib, dass wir
die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen
und als neue Menschen leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn

Es segne und behüte alle Menschen, die hier im Hause leben, die Nachbarn und unsere ganze Familie in Nah und Fern der barmherzige Gott

Der Vater und der Sohn und der Hl. Geist.

Schlusslied: 534